Haushaltsgeräte-Design: Kaffeeautomat für Solis, CH-Glattbrugg

Ausgangssituation

1990 wurde der Kaffee-Vollautomat MASTER 4000 von uns für das Schweizer Unternehmen Solis gestaltet. Als einer der ersten Automaten zielte er vorallem auch auf Privatkunden. Mittlerweile wird er unter verschiedenen Labels u.a. SAECO, Rotel usw. – vermarktet und ist mit über 2 Mio. verkauften Maschinen, die bis dato erfolgreichste Maschine. Zahlreiche Wettbewerber bieten inzwischen ähnliche Geräte an, sodass das ursprüngliche Alleinstellungsmerkmal verloren ging. Im Jahr 2001 erhielten wir den Auftrag ein Nachfolgemodell zu kreieren, das sich deutlich von den marktgängigen Automaten unterscheiden sollte.

Ziel

Auf Basis eines neuen technischen Grundgerüstes erhielt DESIGN.MATTIS 2001 den Auftrag zur kompletten Neugestaltung.

Ziel war es, eine neue Formensprache für den Kaffee-Vollautomaten zu entwickeln, die sich wiederum deutlich von den marktgängigen Wettbewerbsmaschinen unterscheidet. Weniger Bauhöhe, insgesamt kompakter und eine einfache Bedienung waren die wichtigsten Ziele. Darüberhinaus wünschte sich die Geschäftsleitung sofort erkennbare Produktvorteile für den Verbraucher – besonders im Hinblick auf veränderte Konsumgewohnheiten. War es in den 90er Jahren noch üblich solch hochwertige Haushaltsgeräte beim Fachhandel zu erwerben, so werden zukünftig die Handelsketten mit ihrem beratungsschwachen Regal- bzw. Palettenabverkauf, eine immer größere Rolle spielen. Das Produkt muss sich in seiner Präsentation selbst erklären, um das Verkaufsgespräch zu ersetzen.

Entwicklung

In dem kompakten Zeitraum von einem halben Jahr, erarbeitete DESIGN.MATTIS das komplexe Design, bis hin zur Erstellung der verbindlichen 3D-Daten für das Gehäuse. Diese dienten auch zur Erstellung von Stereo-Lithographie-Teilen (Rapid-Prototyping), um vor der Werkzeugkonstruktion, für die Großserie Versuchsmuster aufbauen zu können.

Im Einzelnen gab es folgende Arbeitsschritte:

1. Klärung der Ist-Situation

- Kosten-Analyse des bestehenden Automaten

- Wettbewerbsanalyse

- Vorteils-/Schwachpunktanalyse

2. Rebriefing

- Erarbeitung eines verbindlichen Design-Lastenheftes

3. Kreative Phase

- Ideenfindung mit mehreren Alternativen

4. Auswahl des favorisierten Konzeptes

- erster Eindruck

- Befragung von Key-Accounts

5. Konzeption

- Ausarbeitung des favorisierten Konzeptes. Arbeitstitel Palazzo.

6. Modellbau

- Erstellung von originalgroßen Modellen aus PU-Hartschaum

7. Detaillierung

- Definition aller nach außen wirkenden Details

- 3D-Überprüfung der Baugruppenanordnung

8. Vorkonstruktion

- Erarbeitung von verbindlichen 3D-Datenfiles

9. Prototypenbau

- Stereo-Lithographie-Teile im Mix mit Blechen und gefrästen Kunststoffelementen

10. Produktgrafik

- der Arbeitstitel Palazzo wurde zum Produktnamen

- Schriftzuggestaltung

- Beschriftung auf dem Produkt, insbesondere Bedienfeld

- Signetentwicklung (international verständlich)

11. Farbgestaltung

- Oberfläche, Farbrange, Abstimmung der unterschiedlichen Materialien

12. Verpackungsgestaltung

- wertige Präsentation des Produktes

- einzelne erläuternde Photos verdeutlichen die funktionalen Vorteile des Produktes

Ergebnis

Anfang 2003 war die internationale Markteinführung des Solis Palazzo Kaffeeautomaten. Die Resonanz des Fachpublikums war sehr gut und das Design viel beachtet. Die “einzige Maschine, die rundum gut aussieht”, waren die spontanen Kommentare.

Die wichtigsten Design-Merkmale:

- große Wiedererkennbarkeit durch eigenständige Formensprache

- Zitate aus der Architektur machen den Namen zum Programm

- ideale Bedienungsschräge, insbesondere für die Anwendung auf Höhe der Küchenarbeitsplatte

- Wartung, Befüllung und Entsorgung von vorne

- Professionelle Anmutung durch sichtbare Bohnen im Bohnenbehälter

- hoher senkrechter Wassertank – durch Schwenkbügel leicht zu tragen

- Rundum-Gestaltung dadurch auch bei frei stehender Aufstellung rückseitig attraktiv

- auffällige und ästhetische Verpackungsgestaltung

- der Kaufinteressent erkennt alle wichtigen Funktionen auf eine Blick

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